Überzeugende
Musik-Botschaft
Böhl-Iggelheim: Gospelkonzert der "Chariots" in der Böhler Kirche
Lange vor Konzertbeginn war kein Unterkommen mehr in den Bänken der Kirche "Allerheiligen" in Böhl. Ein Omen, das nur positiv sein konnte. Denn wer kennt sie in unserer Kante nicht: "The Chariots" und ihre eindrucksvollen Songs im Gospel-Stil? Die Freude der Hörerschaft über das Böhler Dacapo löste vom ersten bis zum letzten Ton, der aus dem Altarraum gesendet wurde, Begeisterungs- und Sympathiewellen aus.
Wohl gibt es derzeit viele Ensembles gleichen Genres. Jedes konzentriert sich auf seine ureigene, unverwechselbare Art des Vortrags, der gesetzten Klangziele und Akzente. Den "Chariots" ist ein Grundton eigen, der weich und sanft die Seele streichelt.
Sie überzeugen in ihrer glaubensorientierten Botschaft, als verkündeten sie die Seligkeiten der Bergpredigt oder seien Nachfahren jener biblischen Rufer in der Wüste, die zu Einsicht, Buße und innerer Umkehr mahnten - Tugenden, die auch in unseren fried- und ruhelosen Tagen vonnöten sind.
Die Chariot-Songs sind nicht pietistisch verstaubt, sie besitzen Wohl- und Nachklang, entwickeln bei Temperament und Eifer Stromlinienform und verleihen der Musiksprache unserer Zeit Aussagefähigkeit. In ihnen wird die Jahrtausende alte Geschichte von Jesus lebendig. Er ist Leitbild, das nachdenklich und froh macht, Tröster, Retter, Mann des Friedens und des Leidens, Hoffnungs- und Lichtträger in einem.
Das sprach auch aus dem in der Böhler Kirche interpretierten titelreichen Chor-Repertoire der Chariots: "Jesus is the answer", "Ride on King Jesus", "Wade in the water", "What kind of man is this", "Since I gave the Lord my life" und andere. Allein aus dem Faible für rhythmisch schwungvolle Musik und Spaß an der Freud' heraus schob der Chariot-Chor einen Oldie-Import aus USA mit "Barbra Ann", dem knalligen Lutscher-Song und "Rama lama ding dong" zwischen zwei Gospel-Blöcke. Sänger und Hörer gerieten fast aus dem Häuschen. Ein peppiges Intermezzo zwischendurch, um die Seele baumeln zu lassen.
Das von Andrea Frank sicher, sachkundig und mit viel Hingabe geleitete Ensemble verfügt mit Dieter Frank, Patricia Herrmann, Sebastian Magin, Franz Mayer, Esther Pfeifer, Bernd Rieß und nicht zuletzt "Soulsängerin" Susanne Jordan mit wundervoll melodischer und modulationsfähiger Stimme über ein gekonnt agierendes Solisten-Potential, ergänzt durch die klang- und stilvoll musizierende Instrumentalgruppe (Markus Maurer, Saxophonist und Gitarrist, Andrea Frank am Keyboard, Frank Schmidt, Bass).
"The Chariots" imponierten durch ihren naturgewachsenen, freimütigen und funkenüberspringenden Sound. Es gibt dafür ein einziges Wort: "Joy!" Das Martin-Luther-King-Memory "We shall overcome" sangen Chor und Publikum gemeinsam (osl)
Die Jahrtausende alte Geschichte von Jesus wurde durch sie lebendig: Die "Chariots" bei ihrem Gospelkonzert in der Böhler Kirche am vergangengen Wochenende.

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aus der Zeitung
Marktplatz Regional
vom 12.11.03
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